Kindesunterhalt

Seit 1998 spielt es für den Kindesunterhalt keine Rolle mehr, ob Kinder ehelich oder nichtehelich sind.

Beim Kindesunterhalt ist zunächst zu unterscheiden, ob es sich um minderjährige oder volljährige Kinder handelt.

Gegenüber minderjährigen Kindern besteht eine erhöhte Unterhaltsverpflichtung, da diese sich selbst nicht unterhalten können. Die Höhe des Unterhalts für minderjährige Kinder richtet sich nach der sogenannten "Düsseldorfer Tabelle". In der Düsseldorfer Tabelle, die von allen Familiengerichten in Deutschland beachtet wird, ist die Höhe des Kindesunterhalts nach Alter des Kindes und Höhe des Einkommens des zahlenden Elternteils festgelegt. Grundsätzlich muß dabei nur der Elternteil Barunterhalt zahlen, der das Kind nicht betreut und versorgt.

Auch für den Fall, daß ein Elternteil regelmäßig Unterhalt zahlt, aber die Höhe des Unterhalts nicht durch Urteil, Jugendamtsurkunde oder notarielle Vereinbarung (Unterhaltstitel) festgelegt worden ist, kann der betreuende Elternteil vom zahlenden Elternteil die Schaffung eines Unterhaltstitels fordern. Sollte der zahlende Ehegatte sich überlegen, daß er die Zahlung des Kindesunterhalts kurzfristig aussetzt oder vermindert, so kann mit diesem Titel sofort zum Beispiel in die Konten oder das Arbeitseinkommen beim Arbeitgeber vollstreckt werden.

Bei volljährigen Kindern ist zu unterscheiden, ob die Kinder noch zur Schule gehen oder aus einem anderen Grund weiterhin von den Eltern abhängig sind oder bereits selbst eine eigene Lebensstellung entwickelt haben. Weiterhin ist zu unterscheiden, ob die volljährigen Kinder noch zu Hause wohnen oder selbst einen eigenen Hausstand haben.

Die Berechnung des Kindesunterhalts ist in vielen Fällen sehr komplex. Dabei ist es für die zu zahlende Höhe des Unterhalts wichtig, daß sich - je nach Interessenlage - der unterhaltszahlende Elternteil bzw. der unterhaltsverlangende Elternteil/das Kind individuell durch einen eigenen Rechtsanwalt beraten lassen. Je nachdem, ob eine kompetente Interessenvertretung stattgefunden hat, kann die Höhe des Unterhalts in den einzelnen Fällen sehr unterschiedlich sein.