Unterhalt der Ehegatten

Je nachdem in welchem Stadium sich die Eheleute in ihrer Ehe befinden und wie viel jeder von ihnen verdient, kann der finanziell schlechter gestellte Ehegatte gegebenenfalls Unterhaltszahlungen vom besser gestellten Ehegatten verlangen.

Beim Ehegattenunterhalt sind folgende Arten zu unterscheiden:

  1. Während der intakten Ehe hat möglicherweise einer der Ehegatten einen Anspruch auf Familienunterhalt. Dieser Unterhalt wird in der Regel - wenn überhaupt - durch die Zahlung von Haushaltsgeld, Taschengeld oder durch Naturalleistungen wie Wohnung, Verpflegung etc. gewährt.
  2. Nach der Trennung bis zur Scheidung besteht unter Umständen ein Anspruch eines Ehegatten auf Trennungsunterhalt. Der Unterhalt kann erst ab dem Zeitpunkt verlangt werden, ab dem der andere Ehegatte nachweisbar erstmals zur Unterhaltszahlung aufgefordert wurde. Maßgebend für die Höhe des Unterhalts ist, welches Einkommen beiden Ehegatten für die ehelichen Lebensverhältnisse zur Verfügung stand und ob der Unterhalt verlangende Ehegatte selbst eigenes Einkommen hat. Da der Gesetzgeber davon ausgeht, daß die Ehegatten sich die Trennung möglicherweise noch einmal überlegen und wieder zueinander finden, besteht während der Trennungszeit ein erhöhter Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Für den nicht erwerbstätigen Ehegatten besteht während des ersten Trennungsjahres keine Verpflichtung, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen. Mit Ablauf des ersten Trennungsjahres besteht eine Erwerbsverpflichtung, sofern nicht Kindesbetreuung, Krankheit oder Alter entgegen stehen.
  3. Nach Wirksamwerden der Scheidung besteht in vielen Fällen ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt, obgleich der Gesetzgeber davon ausgeht, daß die Eheleute nach der Scheidung wieder allein für sich verantwortlich sein sollen. Wenn der schlechter oder nicht verdienende Ehegatte jedoch nicht dazu in der Lage ist, seinen sog. eheangemessenen Bedarf aus eigenen Einkünften zu bestreiten, besteht ein Unterhaltsanspruch.
In aller Regel ist vor allem dann nachehelicher Ehegattenunterhalt zu zahlen, wenn der andere Ehegatte die gemeinsamen minderjährigen Kinder betreut oder sich wegen einer Krankheit oder aus Altersgründen nicht selbst unterhalten kann.

Auch zur Zahlung von nachehelichem Unterhalt muß der zahlungspflichtige Ehegatte aufgefordert werden.

Die Berechnung des Unterhalts ist so komplex, daß hierfür grundsätzlich ein Fachanwalt für Familienrecht zu Rate gezogen werden sollte.

Der Familienrechtsanwalt wird Sie auch über die Änderungen informieren, die sich durch das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Unterhaltsänderungsgesetz ergeben haben.